HELICOBACTER PYLORI.
BAKTERIELLE INFEKTION MAGEN-DARM-TRAKT.

Helicobacter pylori (H. pylori) ist ein Bakterium, das den menschlichen Magen-Darm-Trakt, im Besonderen den Magenschleim und die Schleimhautzellen des Magens, besiedeln kann.

Das Bakterium trägt durch Vermehrung der Säureproduktion zu einer Störung der normalen Verteidigungsmechanismen des Magens gegen Magensäure bei.

Eine Infektion mit H. pylori kann zu einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) führen. Dieser Keim wird durch die ständige Schädigung der Magenschleimhaut aber auch für die Entstehung einer Reihe anderer Erkrankungen verantwortlich gemacht, vom Magengeschwür über das Zwölffingerdarmgeschwür bis zum Magenkrebs.

Infektion mit Helicobacter pylori

Die Übertragung des Keims erfolgt oftmals im Kindesalter und wird oral von Mensch zu Mensch (von Mund zu Mund) weitergegeben, insbesondere durch die Übertragung von der Mutter aufs Kind.

Selten ist hingegen die Übertragung im Erwachsenenalter aufgrund des schon voll intakten Immunsystems. In Ländern mit niedrigeren hygienischen Standards ist jedoch eine Übertragung durch mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel oder Wasser (fäkal-oral) möglich.

Die Magenschleimhaut des Menschen ist durch verschiedene Schutzmechanismen, im Besonderen durch das saure Milieu des Magens, gegen das Eindringen von Bakterien geschützt.

Das Helicobacter Bakterium produziert jedoch ein Enzym, das Säuren neutralisieren kann. So kann es für kurze Zeit im sauren Milieu des Magens überleben, in den Magenschleim eindringen und sich an die Schleimhautzellen des Magens anheften. Im Gegensatz zum Magen selber herrscht dort ein fast neutrales Milieu. Diese Umgebung und die Fähigkeit des Keims Zellen des Immunsystems abzuwehren, erlauben dem Helicobacter die Magenschleimhaut zu besiedeln und dort auch Jahrzehnte zu verbleiben.

Die dauerhafte Aktivität des Immunsystems ist es, die für die Entstehung der durch Helicobacter pylori verursachten Erkrankungen verantwortlich gemacht wird.

Diagnose einer Infektion mit Helicobacter pylori

Infektionen mit dem Helicobacter Bakterium kommen sehr häufig vor und nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Im Alter von 60 Jahren sind rund 50 % der Weltbevölkerung mit Helicobacter pylori infiziert.

Typische Symptome sind Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann jedoch über längere Zeit unbemerkt bleiben, da sich die Folgen oft erst nach einiger Zeit bemerkbar machen.

Die moderne Labordiagnostik verfügt über eine Vielzahl an Möglichkeiten, eine Infektion mit dem Bakterium H. pylori zu diagnostizieren. Grundsätzlich unterscheidet man „invasive“ (eindringende) und „nicht-invasive“ Verfahren.

Im Regelfall und vor allem bei Erstuntersuchungen kommen nicht-invasive Verfahren zum Einsatz:

  • Blutuntersuchungen: Antikörper, die das Immunsystem gegen Teile des Bakteriums gebildet hat, geben Auskunft über das Ausmaß einer Infektion mit Helicobacter pylori.

  • Speichel-, Urin- und Stuhluntersuchungen: Auch in Speichel-, Urin- und Stuhlproben sind Antikörper von Helicobacter pylori nachweisbar

  • Atemtest: Bei dem 13C-Harnstoff-Atemtest oder auch C13-Atemtest nutzt man die Stoffwechseltätigkeit des Bakteriums, um eine Helicobacter pylori Infektion im Magen zu diagnostizieren. Der Patient trinkt 200 ml Fruchtsaft, der mit markiertem Harnstoff versetzt ist. Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori vor, beginnt das Bakterium den Harnstoff in Kohlenstoffdioxid (CO2) umzuwandeln. Dieses markierte CO2 wird abgeatmet, kann im Atemtest gemessen werden und macht das Vorhandensein des Keims im Magen nachweisbar

Invasive Diagnoseverfahren für H. pylori Infektionen:

  • Bakterienkulturen: Aus den Gewebeproben, die im Rahmen einer Magenspiegelung (Gastroskopie) aus entzündeten Bereichen der Magenschleimhaut gewonnen wurden, werden die Helicobacter pylori Bakterien gezüchtet, vermehrt und so nachgewiesen

Wird der Keim festgestellt, verspricht eine Behandlung mit Antibiotika eine Erfolgsrate von über 90%. Durch diese Eradikationstherapie können die Beschwerden beseitigt und Spätfolgen effektiv verhindert werden.

Terminvereinbarung:
Mo-Do 7.00 – 17.00 Uhr und
Fr 7.00 – 16.00 Uhr
unter T: +43 1 587 53 87

Text bitte ergänzen:
Für eine vergleichbare Auswertung des Spermiogramms ist eine sexuelle Karenz (kein Samenerguss) für mindestens 3 Tage notwendig.